Dialyse in Berlin

Dialyse-Zentrum

Was ist Dialyse ?

Etwa 1700 Liter Blut pumpt das Herz täglich in die Nieren. Diese überprüfen, welche giftigen Stoffe sich im Blut angereichert haben und filtern sie heraus. Weiter entscheiden sie, wieviel Wasser über den Urin ausgeschieden wird. Funktionieren die Nieren nicht oder nur schlecht, wird der Körper vergiftet. Diesen Patienten hilft eine künstliche Niere: Das Blut wird dialysiert - künstlich ausserhalb des Körpers gereinigt. 55.000 Patienten sind in Deutschland zur Zeit dialysepflichtig.

Bei der Hämodialyse, der bislang verbreitetsten Methode, wird das Blut in einen äusseren Kreislauf gepumpt. Dort fliesst es an einer künstlichen Membran entlang, die nur ausgesuchte Stoffe durchlässt. Giftstoffe -Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin- gelangen durch die Membran aus dem Blut in die Reinigungsflüssigkeit, das Dialysat. 18 Liter gereinigtes Blut werden in einer Stunde in den Organismus zurückgeleitet.

Schon vor hundert Jahren suchten Ärzte nach einem Ausweg, um den Körper mit technischen Hilfsmitteln zu entgiften. Aber erst vor 35 Jahren war es möglich, leistungsfähige Dialysegeräte einzusetzen. Bis dahin starben, weltweit geschätzt, jährlich 300.000 Nierenkranke.

Heute droht keinem Menschen mit Nierenversagen dieses Schicksal. Bei einem Grossteil der Patienten ist die Dialysebehandlung nur vorübergehend erforderlich und kann nach erfolgreicher Nierentransplantation ausgesetzt werden. Durch adäquaten Einsatz von Nierenersatzverfahren ist erfreulicherweise die Lebenserwartung von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz stetig gewachsen und unterscheidet sich nur noch unwesentlich von der Lebenserwartung Nicht-Nierenkranker. Diese setzt allerdings eine optimale Kooperation zwischen Patienten und dem betreuenden nephrologischen Zentrum voraus.

Extrakorporale Dialyse

Falls eine konservative Therapie also nicht ausreicht, muss die nicht mehr ausreichende Nierenfunktion mit technischen Hilfsmitten ersetzt werden. Zu diesem Zweck wird aus einer Vene, meistens der Armvene oder seltener der Oberschenkelvene Blut mittels eines Katheters entnommen und über Schlauchsysteme und Pumpen in ein System von halbdurchlässigen Membranen geleitet. Auf der anderen Seite dieser Membranen fliesst genau dosiert eine salzhaltige Flüssigkeit. Über die Membran gelangen die aus dem Blut auszuscheidenden Substanzen in die Salzlösung von der sie letztendlich zu Abwasser werden. Die Salzlösung wird aus Vorratsbehältern über Schlauch- und Pumpensysteme entnommen und von der Industrie fertig geliefert. Nach Passieren des Membransystems gelangt das gereinigte Blut in die gleiche Vene zurück, jedoch etwas herznäher als die Entnahmestelle. Um der Vene die notwendige Blutmenge entnehmen zu können , wird bei Dialysepatienten in Lokalanästhesie eine Kurzschlußverbindung mittels eines kleinen Schlauches zwischen der Arterie und der Vene dauerhaft hergestellt. Durch die direkte Verbindung zwischen Arterie und Vene wird die Vene u. a. geweitet.

Wichtig für die Durchlässigkeit der Membran (= Permeabilität) des Dialysesystems ist ein Konzentrations- und Druckunterschied zwischen beiden Seiten der Membran. Die zu filtrierende Substanz muss auf der "Blutseite" in einer höherer Konzentration vorhanden sein als auf der "Dialysatseite", also der salzhaltigen Flüssigkeit. Durch die Membran hindurch kommt es zu einem Konzentrations- und Druckausgleich der durchgängigen Substanzen zwischen beiden Membranseiten.

Die vorgestellte Reinigung des Blutes mittels semipermeabler Membranen und dem Dialysat wird als extrakorporale (= ausserhalb des Körpers) Dialyse bezeichnet.

Die extrakorporale Dialyse muss so lange erfolgen, wie der Funktionsverlust der eigenen Nieren dies erfordert. Das bedeutet in der Regel eine lebenslängliche Dialyse und das 3 mal pro Woche für jeweils 4 bis 8 Stunden.

Für die betroffenen Patienten bedeutet dies eine erhebliche räumliche und zeitliche Einschränkung und damit eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die zeitliche Einschränkung kann durch die Heimdialyse, d. h. die Aufstellung eines relativ teuren Dialysegerätes in der Wohnung des Betroffenen und eine damit mögliche Anpassung der Dialysezeiten an individuelle Bedürfnisse, in bestimmten Grenzen verbessert werden.

Peritonealdialyse

Bei dieser Methode dient das Bauchfell (Peritoneum) der betroffenen Person als semipermeable Membran und die Bauchhöhle als Behälter für das Dialysat, welches über einen Katheter ausgetauscht wird. Man unterscheidet die kontinuierliche Peritonealdialyse bei welcher die Patienten 4 bis 5 mal pro Tag manuell das Dialysat mit Beuteln auswechseln und die nächtliche intermittierende Peritonealdialyse. Bei Letzterer wird nächtlich ein automatischer Dialysataustausch vorgenommen. Die Patienten sind damit tagsüber mobiler und weniger beeinträchtigt.

Die Entscheidung, welche Art der Dialyse am geeignetsten ist, muss vom Arzt gemeinsam mit dem Patienten jeweils individuell getroffen werden.

Hämofiltration

Venöses Blut wird über eine Membran geleitet, welche für Moleküle bis zu einer Molekülgröße von 35.000 Dalton durchlässig ist. Unter einem Dalton versteht man die Masseneinheit, die gleich ist der relativen Atommasse des Wasserstoffs in Gramm. Die Anzahl an Dalton eines Moleküls berechnet sich aus der Molekularmasse, also der Summe aller in dem Molekül vorhandenen Atome in Gramm. Ein Wassermolekül besitzt demnach rund 18 Dalton.

Es wird bei dieser Methode eine dem Primärharn ähnliche Flüssigkeit über die Membran ausgeschieden.Diese ausgeschiedene Flüssigkeit enthält die harnpflichtigen Substanzen. Diese Flüssigkeit kann bei dem derzeitigen Stand der Technik noch nicht entsprechend der Funktion der Tubuli weiter verarbeitet werden und wird sozusagen als "Abwasser" abgeleitet.

Der Körper verliert daher neben den auszuscheidenden Substanzen auch die sonst von gesunden Nieren zurückresorbierten Bestandteile des Primärharns. Üblicherweise werden 3 mal pro Woche 14 bis 18 Liter ausgetauscht. Das bei dieser Methode verloren gegangene Wasser und die verlorengegangenen Elektrolyte müssen entsprechend teilweise ersetzt werden.Auch hier ist die Entscheidung, welche Methode angewendet wird individuell zwischen Patient und Arzt zu klären.

Komplikationen

Bei der Dialyse und der Hämofiltration müssen 3 mal wöchentlich Blutgefäße punktiert werden, um grössere Blutmengen zu entnehmen und nach der Reinigung wieder in den Körper zurückleiten zu können. Ein häufiges Problem ist das Auftreten von Thrombosen, d. h. Blutgerinnseln, welche das Gefäss verschliessen und damit für die Dialyse unbrauchbar machen.

Bei der Peritonealdialyse können Bauchfellentzündungen durch Eintreten von Keimen entlang des Katheters durch die Bauchwand in die Bauchhöhle auftreten.

Bei unkontrollierter Kaliumaufnahme mit der Nahrung, z. B. bei Bananen, kann wegen der fehlenden Regulation des Kaliumblutspiegels durch die Niere eine lebensbedrohliche Erhöhung des Blutkaliumspiegels auftreten. Zur Kontrolle der Flüssigkeitsaufnahme und damit zur Vermeidung von Überwässerung und zu hohem Blutdruck müssen sich Patienten mit einer Niereninsuffizienz täglich wiegen.

Gefürchtet sind bei Dialysepatienten Aluminiumablagerungen im Gehirn, welche zur Demenz (Verschlechterung der Hirnfunktion) führen können sowie Aluminiumablagerungen in den Knochen.

Patienten mit regelmässiger Hämodialyse weisen ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis B und C sowie HIV auf. Derartige Infektionen erfolgen durch Verunreinigungen der Dialysegeräte mit dem Blut anderer Patienten, was trotz grösster Gewissenhaftigkeit nie völlig auszuschliessen ist. Eine aktive Schutzimpfung gegen Hepatitis B wird daher angeraten. Durch den Einsatz persönlicher Dialysegeräte bei der Heimdialyse kann dieses Risiko reduziert werden.

Prognose

Die 10-Jahres-Überlebensrate der Patienten mit Heimdialyse beträgt zur Zeit 55%, d. h., dass nach 10 Jahren von 1000 Dialysepatienten noch 550 am Leben sind.

Nierentransplantation

Eine wichtige Alternative zu Dialyse und Hämofiltration bei chronischer Niereninsuffizienz stellt eine Nierentransplantation dar. Dabei wird dem entsprechenden Patienten eine Spenderniere implantiert und an die eigenen Blutgefässe und Harnwege angeschlossen. Das implantierte Organ soll die Funktion der eigenen Nieren erfüllen und den Patienten so von der regelmässigen Dialysepflicht befreien.

Damit der Patientenorganismus das fremde Organ gut akzeptiert, müssen Spenderorganismus und Empfängerorganismus in möglichst vielen "Gewebeparametern" übereinstimmen. Daher sind Spendernieren von nahen Verwandten oft besonders geeignet und auch möglich, da die Spenderperson auch mit einer Niere ein erfülltes Leben hat. Um eine Abstoßreaktion des fremden Organs zu verhindern, müssen jedoch lebenslang sogenannte immunsupressive Medikamente genommen werden.

Nach fünf Jahren sind noch ca. 70% der implantierten Nieren funktionstüchtig. Nach 10 Jahren sind es noch ca. 50%. Sofern eine transplantierte Niere funktionsuntüchtig wird, muss der Patient wieder zur Dialyse oder, in selteneren Fällen erneut transplantiert werden.Die meisten Patienten mit einer transplantierten Niere leiden an einem Bluthochdruck als Folge der Immunsuppression, also der die Abstossung hemmenden Medikamente.